EINE DOKUMENTATION
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Bahnstation Jünkerath Bahnstation Jünkerath

Bau und Streckeneröffnung

Die Jünkerather Hütte des Grafen Salentin Ernst von Manderscheid- Blankenheim wurde 1687 gegründet. Hier wurden die in der Umgebung vorkommenden Eisenerze mit Holzkohle verhüttet. Die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft (RhE) plante in der Nähe der Jückerather Gewerkschaft einen Bahnhof. Der Transport des Roheisens sicherte der RhE laufende Einnahmen. Die Bauarbeiten für den Jünkerather Bahnhof begannen im Herbst 1868. Die Strecke wurde in sechs Abschnitten in Betrieb genommen. Der Abschnitt zwischen Jünkerath und Gerolstein ging am 15. November 1870 in Betrieb. Die Eröffnung der Gesamtstrecke war am 15. Juni 1871.

Das Empfangsgebäude Jünkerath

Nach dem Deutsch-Französischen Krieg erhielt Preußen hohe Kriegsschuld-Zahlungen. Diese konnte man auch für den Bau des Bahnhofs verwenden. Das im Stil der Neugotik aufwendig gebaute Empfangsgebäude samt Nebengebäude wurde aus rotem Bruchstein errichtet. Dazu kamen gegenüber dem Stationsgebäude ein Holz- und Güterschuppen mit Rampe. Der Bahnhof wurde um eine Lokstation mit Lokschuppen und den üblichen Versorgungsanlagen für die Dampflokomotiven ergänzt. Außerdem baute die Bahngesellschaft zwei Eisenbahnsiedlungen. Im Bahnhof gab es bei Eröffnung der Eifelstrecke vier Bahnsteiggleise aber praktisch keine Einwohner. Zur Eisenhütte verlegte die RhE Anfang 1871 ein Anschlussgleis und ein Abstellgleis für die Leerzüge.

Weitere Streckeneröffnungen und Ausbauten

Am 1. April 1881 wurde im nordöstlichen Bahnhofsteil die Lokstation zum Bahnbetriebswerk ausgebaut. Dabei entstand ein Ringlokschuppen mit Drehscheibe und ein Wasserturm. Im April 1909 begannen umfangreiche Bauarbeiten im Bahnhof, die durch die Bahnstrecke von Dümpelfeld nach Jünkerath benötigt wurden. Dafür mussten die Bahnsteige in Richtung Trier versetzt werden. Ein Personentunnel führte jetzt vom Empfangsgebäude zu den zwei überdachten Mittelbahnsteigen, zu denen ein fünftes Gleis hinzugefügt wurde. In nordöstlicher Richtung entstand ein 15-gleisiger Güterbahnhof, der beiderseits der Streckengleise verlief. Vier Stellwerksbauten waren für die Steuerung der Weichen und Signale errichtet worden. Am 1. Juli 1912 begann auf der 47,73 km langen Strecke der Bahnbetrieb. Im Bahnbetriebswerk entstand ein Übernachtungsgebäude mit Kantine. Der Bahnhof Jünkerath wurde durch den Ausbau zu einem wichtigen Eisenbahnknoten in der Eifel. 1945 wurde der Bahnhof schwer beschädigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste das zweite Gleis der strategischen Bahn als Reparationsleistung zwischen Oberbettingen und Lissendorf zurückgebaut werden. Der Streckenabschnitt zwischen Lissendorf und Jünkerath wurde nach 1945 stillgelegt und ebenfalls zurückgebaut. Ende 1993 wurden die Gleisanlagen von der Deutschen Bahn AG stark ausgedünnt. Im November 1999 schloss die Fahrkartenausgabe. 2006 wurden alle Gleise bis auf die zwei Streckengleise zurückgebaut. Zwischen 2011 und 2016 erneuerte man die Bahnsteiganlagen und sanierte den kompletten Bahnhofsbereich sowie das Empfangsgebäude.

Was hat sich verändert, was ist geblieben

Das Empfangsgebäude ist nach der Sanierung in einem sehr guten Zustand und weitgehend erhalten geblieben. Die Kosten der Sanierung beliefen sich auf fünf Millionen Euro. Das Empfangsgebäude steht seit 1978 unter Denkmalschutz.
429,0 Planung und Konzession Eifelstrecke Hürth-Kalscheuren Ehrang
Bilder Jünkerath
Bahnhof 1870
Luftaufnahme
Bahnhof 1905
Bahnhof 1870 Bahnhof 1905
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