Der letzte Streckenabschnitt der Thüringer Bahn zwischen Eisenach und Gerstungen wurde am 25. September 1849 fertiggestellt. Der Bahnhof war Grenzbahnhof zwischen Preußen und dem Kurfürstentum Hessen, das die „Friedrich-Wilhelms-Nordbahn“, die schon am 22. September 1849 in Betrieb genommen hatte. Es gab zwei Bahnhöfe in Gerstungen mit jeweils einem eigenen Empfangsgebäude, Lokomotiv-Remiese mit Drehscheibe und Abtritt. Der hessische Teil hatte noch einen am Stationsgebäude angebauten Güterschuppen. Im thüringischen Bahnhof waren noch eine Viehrampe und ein hölzerner Perron sowie eine Ladebühne für die Kohle vorhanden. Die Passagiere mussten im Bahnhof umsteigen, die Frachtgüter mussten ebenfalls umgeladen werden. Die Eisenbahnwagen und Lokomotiven durften nicht vermischt werden. 1882 kaufte die „Preußische Staatsbahn“ die „Friedrich-Wilhelms-Nordbahn-Gesellschaft“ auf und schloss dessen Bahnhof, der nicht mehr existiert. Es kam im Laufe der Zeit zu Umbauten und Erweiterungen der Bahnhofsanlagen in 1861 und 1862. 1898 baute man einen Rangierbahnhof und ein Bahnbetriebswerk. Am 1. Oktober 1903 begann der Betrieb auf der 2,91 km langen Strecke nach Berka, über die die Kalibergwerke angeschlossen wurden. Das Bahnbetriebswerk wurde 1952 stillgelegt. Durch die Teilung Deutschlands wurde Gerstungen erneut ein Grenzbahnhof. Um den Zugverkehr nicht über Herleshausen (Hessen) fahren zu lassen, wurde am 12. Dezember 1961 die 15,8 km lange Strecke nach Förtha (Kr. Eisenach) eröffnet. In Förtha gab es den Anschluss an die Bahnstrecke von Eisenach nach Ritschenhausen. Am 2. Juni 1970 baute die Reichsbahn der DDR den Grenzbahnhof um. Um die Fluchtmöglichkeiten zu minimieren baute man „Fluchtweichen“ den einen Zug an der Weiterfahrt hindern sollte. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands baute man den Bahnhof um. Am 3. Oktober 1990 wurden die Kontrollorgane an der Grenze endgültig zurückgezogen. Am 27. September 1992 legte man die Strecke nach Förtha still und baute 1993 die Gleise ab.
EINE DOKUMENTATION
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Gerstungen Z Bahnhof iel
Bilder Gerstungen
Bahnhof  1890
Luftaufnahme
Bahnhof 1890
Halle - Baunatal-Guntershausen
Die Eisenbahn “kam” am 25. September 1849 nach Gerstungen. Also 14 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Gerstungen hatte zu diesem Zeitpunkt wenig Einwohner (Ende 2016 waren es 5.815 Einwohner).  
PANORAMA
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