EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Förtha (b. Eisenach) von der Gleisseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2022 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bau und Streckeneröffnung Am 18. Februar 1856 startete die Werra-Eisenbahn-Gesellschaft (WEG) in Grimmelshausen mit den Bauarbeiten an der „Werrabahn“, die von Eisenach nach Coburg verlaufen sollte. Zunächst begannen vor dem Dorf „Epichnellen-Wilhelmsthal” (heute ein Ortsteil von Förtha) die Arbeiten am 549 Meter langen Förthaer Tunnel. Die erste Testfahrt mit einer Lokomotive wurde am 30. Mai 1858 erfolgreich absolviert. Die feierliche Eröffnung fand am 1. November 1858 in Coburg statt. Die 130,1 Kilometer lange Gesamtstrecke wurde offiziell am 24. Januar 1859 in Betrieb genommen. In der Nähe des Dorfes Epichnellen richtete die WEG 1859 eine optische Signalstation ein. Dort errichtete die WEG ein Baubüro und Unterkünfte für die Tunnelarbeiter. Die Signalstation wurde später zu einer Blockstelle und danach als Bahnhof Förtha eingerichtet. Das Empfangsgebäude Förtha Die besetzte Haltestelle wurde erst am 1. April 1896 in Betrieb genommen. Sie besaß ein einstöckiges Fachwerkgebäude mit Backsteinausfachung (Wandfüllung zwischen den tragenden Teilen) und Satteldach. An der Gleisseite hatte das Gebäude, durch einen Holzzaun getrennt, eine Tür zum Eingangsraum. In ihm befand sich ein Fahrkarten- und Gepäckschalter sowie eine zweite Tür die zum Bahnsteig führte. Zwei Rechteckfenster sorgten für genügend Licht im Eingangsraum. Für den Güterverkehr war der Bahnhof nur eingeschränkt nutzbar, da er keine Rampe (OR) besaß. Er gehörte 1938 zur Rangklasse IV. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen 1909 wurde die Haltestelle ein unselbständiger, aber besetzter Bahnhof. Am 4. März 1946 benannte die Deutsche Reichsbahn (DR) den Bahnhof in Förtha um.

Das Empfangsgebäude Förtha (bei Eisenach)

Das Stationsgebäude war ein einstöckiger, zum Teil unterkellerter Klinkerbau, der unter der Überdachung des Hausbahnsteigs lag. Sie wurde mit doppelten hölzernen Stützen an der Bahnsteigkante getragen. Im Gebäude gab es einen Fahrkarten- und Gepäckschalter sowie Diensträume. Unter der Überdachung entstanden zwei separate Fachwerkbauten mit weiß gestrichener Backsteinausfachung, wo sich der Güterboden, Warteräume und Toiletten befanden. Auf dem Außenbahnsteig stand ein kleines Wartehäuschen aus Fachwerk mit Satteldach. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Am 20. September 1961 begannen die Bauarbeiten an der 13,3 Kilometer langen Bahnstrecke Förtha - Gerstungen, die 1962 abgeschlossen wurden. Dabei entstand ein mit Holz verkleideter Stellwerksanbau auf dem Hausbahnsteig für den Fahrdienstleiter sowie ein weiteres Stellwerk (Ww) im Westkopf des Bahnhofs. Am 13. April 1962 wurde die eingleisige Strecke nach Gerstungen in Betrieb genommen. Am 25. September 1992 legte die Bahn die Strecke still und baute sie 1993 zurück. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das ursprüngliche Empfangsgebäude wurde unter Denkmalschutz gestellt und befindet sich in einem guten Zustand.
Planung und Konzession 301,19
Bahnhof von 1896
Luftaufnahme
Bilder Epichnellen-Wilhelmsthal
Bahnhof um 1896

Bahnstation Förtha (bei Eisenach)

Werrabahn Eisenach Lichtenfels