Bau und StreckeneröffnungAm 11. August 1856 eröffnete die Wiesbadener Eisenbahn-Gesellschaftden ersten Streckenabschnitt der „Nassauischen Rheinbahn“ zwischen Wiesbaden und Rüdesheim. Die Gesamtstrecke von Wiesbaden nach Niederlahnstein wurde am 3. Juni 1864 in Betrieb genommen.
Das Empfangsgebäude Geisenheim
Erst 1886/87 erhielt die Bahnstation, wahrscheinlich nach Plänen von Paul Rowalds, das heutige, traufenständige Empfangsgebäude. Es war ein Typenbau (wie Hattenheim) aus hellem Backstein mit Formen der Neugotik. Das Gebäude besaß im Erdgeschoß spitzbogige Fenster. In der Gebäudemitte gab es einen übergiebelten Risalit, dessen Fenster mit einem preußischen Wappenadler geschmückt war. Weiter westlich gab es einen weiteren, kleineren Giebelrisalit. Am westlichen Giebel war ein einstöckiger Anbau entstanden. Im östlichen, einstöckigen Giebelanbau waren der Warteraum und die Bahnhofsgaststätte untergebracht worden. Der Hausbahnsteig verfügte über eine Bedachung. Westlich des Stationsgebäudes war ein Güterschuppen mit Rampe errichtet worden. Die Fenster und Türen waren in Segmentbögen eingefasst.Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse II.Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen•Am 1. September 1915 wurde die 1.175 Meter lange „Hindenburgbrücke“ über den Rhein für den Güterverkehr freigegeben. Sie hatte zunächst nur militärische Bedeutung. Erst am 5. Juni 1925 wurde auch der Personenverkehr aufgenommen. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut.•Der Güterschuppen wurde deutlich verlängert.•Auf dem Hausbahnsteig wurde in den 1970/80er Jahren ein Stellwerksraum angebaut.Was hat sich verändert, was ist gebliebenDas Stationsgebäude ist im Wesentlichen erhalten geblieben und steht unter Denkmalschutz. Der Güterschuppen ist in einem guten Zustand.
Die Eisenbahn “kam” am 11. August 1856 nach Geisenheim. Also 21 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Geisenheim hatte zu diesem Zeitpunkt sehr wenig Einwohner (Ende 2018 waren es 11.704 Einwohner).
Bilder Geisenheim
Luftaufnahme
Bahnstation Geisenheim
Geisenheim - Bf - FGSMG : 76B4 : SD32-Aug17
Planung und KonzessionAm 23. Juni 1856 wurde die Nassauische Konzession (Nassauisches Verordnungsblatt 1853 Nr. 28 Seite 297) zum Bau und Betrieb einer Strecke Wiesbaden - Stellwerk IX - Biebrich - Überholstation Kellergrube - Blockstelle Floß - Rüdesheim (Rhein) an die Wiesbadener Eisenbahn-Gesellschaft vergeben.Die Wiesbadener Eisenbahn-Gesellschaft nahm den Namen Nassau-Rhein und Lahn-Eisenbahn-Gesellschaft an. Die Strecke ging durch Vertrag vom 2. Mai 1861 in den Besitz des Nassauischen Staates über.